Wie verteidigen gegen Berufszeugen?

26.06.2026 - 10:00 bis 27.06.2026 - 17:30
Hamburg

Wer kennt sie nicht, diese Ohnmacht der Verteidigung bei dem Auftreten von Polizeizeug*innen, ob als Tatzeug*innen oder Ermittlungsbeamt*innen?
Die Glaubwürdigkeit dieser Zeug*innen wird vorausgesetzt. Die ewige Litanei: „Die Beamtin hat doch gar kein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens“ „Aufgrund ihrer Ausbildung verfügen die Beamt*innen über besondere Fähigkeiten“ „Ein Beamter wird doch tunlichst jede Falschaussagevermeiden – eine Bestrafung hätte doch für ihn verheerende Konsequenzen“ und ähnliches mehr. Eine ernsthafte Überprüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von Berufszeug*innen findet regelmäßig nichtstatt. Diese Erfahrung gilt trotz der Tatsache, dass gerade in Verfahren mit Polizeibeamt*innen als Tatzeug*innen – Betäubungsmittelhandel, Fußball, Demonstrationen, Widerstand und tätlicher Angriff -sehr häufig eine Aussage – gegen – Aussage – Konstellation vorliegt, bei der eigentlich eine besonders gründliche Überprüfung der Frage der Glaubhaftigkeit der Aussage gefordert ist.
Der RAV veranstaltet zu diesem so oft frustrierenden Thema nun erstmals eine Veranstaltung, inder wir unsere unterschiedlichen Erfahrungen und Herangehensweisen zusammenwerfen und Euch vorstellen:
Vier Referent*innen – Undine Weyers, Dr. Bernd Wagner, Ulrich von Klinggräff und Dr. Lukas Theune wechseln sich in der zweitägigen Veranstaltung mit Inputs ab.
Die Veranstaltung versucht dabei Wege aufzuzeigen, wie eine Verteidigung gegen die Aussagen von Berufszeug*innen aussehen kann.
Die Veranstaltung widmet sich unter anderem folgenden Themen:
- Der Berufszeuge in der Gerichtspraxis (Fallkonstellationen, Beweisregeln, Revision);
- Der Berufszeuge in der Aussagepsychologie (Verlässlichkeit, Problematik, Erinnerungsfähigkeit, Aktenkenntnis  Coaching, Vorhalte);
- Vernehmungskonzepte, Fragekonzepte, Beweisanträge;
Wir gehen auch auf die zunehmende Verbreitung des Videobeweises durch polizeiliche, aber auch durch Videoaufnahmen von Bürger*innen ein; auch ein Part zum „materiellen Polizeistrafrecht“ – Rechtsprechungsübersichten und materielle Verteidigungsansätze bei Widerstand, tätlicher Angriff, Beleidigung und Landfriedensbruch – ist Teil der Fortbildung.
Darüber hinaus wird es im Rahmen der zwei Tage viel Raum für Austausch und gemeinsame Entwicklung und Übung von Verteidigungskonzepten geben.
 

Kursort und Termin
26.6. bis 27.6.26 | Freitag 10-18.30 Uhr, Samstag 9-17.30 Uhr (15 Zeitstunden nach FAO gesamt)
dock europe e.V. | Bodenstedtstrasse 16 | 22765 Hamburg
Die Fortbildung kann nur komplett gebucht werden. Übernachtung ist nicht im Preis enthalten, es gibtaber ein kleines Zimmerkontingent im dockeurope.
Freitagabend ist ein gemeinsamer Ausklang in einem nahe gelegenen Restaurant eingeplant.
 

Teilnahmebetrag
320/350 € für Berufsanfänger*innen bis 2 Jahre Zulassung mit/ohne RAV-Mitgliedschaft
370/450 € für RAV-Mitglieder/Nichtmitglieder (jew. incl. MwSt.)
Anzahl der Teilnehmer*innen: max. 35 Personen